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Masterarbeiten im Kontext des DFG-Graduiertenkollegs ConFoBi: Praktiken der Forstplanung – am Beispiel der Berücksichtigung von Alt- und Totholz im forstbetrieblichen Management

Bei Interesse oder Fragen bitte Kontakt aufnehmen: ronja.mikoleit@envgov.uni-freiburg.de 

Das interdisziplinäre DFG-Graduiertenkolleg „ConFoBi“ (Conservation of Forest Biodiversity in Multiple-Use Landscapes of Central Europe, confobi.uni-freiburg.de) beschäftigt sich mit der Bedeutung von Alt- und Totholz im Staatswald Baden-Württembergs. Dort ist seit 2010 das Alt- und Totholzkonzept (AuT) in Kraft. Dieses schreibt die Erhaltung von Habitatstrukturen vor, welche das Vorkommen von Arten sichern sollen, die auf alte Waldentwicklungsstadien angewiesen sind. Praktisch werden bei ForstBW einzelne Habitatbäume und Habitatbaumgruppen in der Phase der Hauptnutzung durch die Revierleitenden ausgewählt, während größere Waldrefugien durch die Forsteinrichtung etabliert werden. Dabei müssen naturschutzfachliche Ziele mit ökonomischen Zielen der Waldnutzung sowie der langfristigen Planung in Bezug auf die Waldentwicklungstypen in Einklang gebracht werden.

Thematischer Fokus und Fragestellungen:
Im Rahmen einer interdisziplinären Kooperation zwischen den Professuren für Forstökonomie und Sustainability Governance suchen wir ein/e oder mehrere Masterstudierende, die im Rahmen ihrer Abschlussarbeiten an der Bearbeitung von Fragen zur Berücksichtigung von Alt- und Totholz in planerischen Prozessen der Forsteinrichtung und des forstbetrieblichen Managements interessiert sind. Konkret könnten u.a. folgende Themen bearbeitet werden:

  • Analyse betrieblicher Planungsprozesse: Am Beispiel der Forsteinrichtung in einem konkreten Forstamt könnte gefragt werden: Wie werden verschiedene Ziele (forstbetrieblicher und naturschutzfachlicher Art) vor Ort „ausgehandelt“? Wie wird zwischen allgemeinen Planungszielen und lokalen Spezifika vermittelt? Welche Akteure sind an Entscheidungsprozessen beteiligt und wie werden deren Interessen aber auch deren Wissensbestände einbezogen? etc.
  • Analyse forstplanerischer Instrumente: Mit welchen konkreten Instrumenten (wie Karten, GPS, Computerprogrammen, Messwerkzeugen, Modellen etc.) wird im Planungsprozess gearbeitet? Wie werden Daten und Planungsergebnisse repräsentiert und wie fließen sie betriebliche Entscheidungsprozesse ein? etc.
  • Historische Rekonstruktion von Forsteinrichtungsdaten: Wie haben sich die inhaltlichen Schwerpunkte von Forsteinrichtung und Managementplanung in Baden-Württemberg im Laufe der letzten Jahrzehnte verändert? Auf welche außerplanerischen Einflüsse können diese Veränderungen zurückgeführt werden (z.B. Holzpreis, politisches Umfeld, Katastrophenereignisse etc.)? Seit wann und in welcher Form spielt Alt- und Totholz eine Rolle? etc.

Methoden: Dokumentenanalyse, evtl. leitfadengestützte Interviews mit zentralen Akteuren (ForsteinrichterInnen, Revierleitende, Naturschutzverwaltung, naturschutzpolitischen AkteurInnen)

Literatur: Forst BW (Hrsg.) (2015): Alt- und Totholzkonzept Baden-Württemberg. Stuttgart.

Beginn: flexibel (möglichst im Frühjahr/Sommer 2017)

BetreuerInnen: Dr. Roderich von Detten, Prof. Michael Pregernig & Ronja Mikoleit
 

Forschungsfeld "Unberechenbare Umwelt - Zum Umgang mit Unsicherheit und Nicht-Wissen" 
 

Die Häufigkeit und Dringlichkeit, mit der Begriffe wie „Nachhaltigkeit“ oder „Zukunftsfähigkeit“ in gesellschaftlichen Debatten verwendet werden, markiert offenbar die Sehnsucht danach, über verlässliche Handlungsvorgaben und Richtlinien im Umgang mit natürlichen Ressourcen zu verfügen, die Umweltprobleme und -risiken verhindern bzw. reduzieren helfen. Wenn jedoch die Bewirtschaftung und Gestaltung natürlicher Ökosysteme stets von Risiken und Unsicherheiten geprägt ist, stellt sich die Frage, wie damit in konkreten Entscheidungszusammenhängen umgegangen wird.

Im Forschungsprojekt „Unberechenbare Umwelt – Zum Umgang mit Unsicherheit und Nicht-Wissen“ beschäftigen wir uns am Beispiel der Forstwirtschaft auf interdisziplinäre Weise mit der empirischen Frage, wie – v.a. mittels welcher Problemlösungstechniken - Organisationen vor dem Hintergrund von Klimawandelfolgen ihre „zukunftsfähige“ Handlungs- bzw. Entscheidungsfähigkeit sicherstellen.

In diesem Zusammenhang suchen wir Studierende (v.a. der Forst- und Umweltwissenschaften, Soziologie, Geschichte, Wirtschaftswissenschaften oder wissenschaftlichen Politik), die daran interessiert sind, im Rahmen eines der folgenden Themenfeldern ihre Abschlussarbeit anzufertigen:

 

  • Verwaltungen im Umbruch: Welche Rolle spielt die Bewältigung des Klimawandels bei der Umstrukturierung
    von Forst- und Naturverwaltungen? Inwiefern werden bestehende Abläufe sowie Routinen infrage gestellt?
  • Managementtheorie und Unsicherheit: Wie wird das Problem des Nicht-Wissens und der Unsicherheit in
    verschiedenen Managementtheorien konzeptualisiert? Welche Implikationen ergeben sich jeweils daraus für
    die Gestaltung organisatorischer Strukturen, Prozesse und Strategien?
  • Darstellung und Kommunikation von Unsicherheit & Nichtwissen: Wie werden modellbezogenes und nicht im
    Modell berücksichtigtes Nicht-Wissen und Unsicherheiten in Entscheidungshilfen oder Handreichungen für
    Entscheidungsträger in der Praxis dargestellt bzw. kommuniziert?
  • Unsicherheit & individuelles Entscheidungshandeln: Wie gehen Entscheidungsträger mit Entscheidungshilfen
    und Handreichungen um und in welcher Weise beeinflussen die Darstellungen Wahrnehmungen und
    Entscheidungshandeln?
  • Wissenschaftsinterne Prozesse der Verarbeitung von Unsicherheit: Inwiefern wird Unsicherheit bei der
    Entwicklung und Anwendung von Modellen, Simulationen und Entscheidungs-unterstützungssystemen
    berücksichtigt?
  • Rolle von Interessensgruppen: Wie verarbeiten Interessensgruppen (beispielsweise Holzindustrie,
    Privatwaldbesitzer, Naturschutzorganisationen…) die mit der Klimawandelanpassung verbundene
    Unsicherheit?
  • Unsicherheitskulturen: Welche unterschiedlichen Umgangsweisen mit Unsicherheit, Risiko bzw. Komplexität
    lassen sich unterscheiden – und wodurch sind diese Unsicherheitskulturen charakterisiert? Bsp.
    Landwirtschaft vs. Forstwirtschaft; us-amerik. vs. mitteleuropäische Forstwirtschaft
  • Planungssysteme: In wieweit wird Unsicherheit im Rahmen forstlicher Planungssysteme/ -verfahren
    berücksichtigt?
  • Unsicherheitsstrategien: In wieweit berücksichtigen Strategien, die auf Begriffe wie „Resilienz-Erhöhung“,
    „Adaptives Management“ oder „klimaplastischer Waldbau“ zurückgreifen, Risiko bzw. Unsicherheit auf
    eine neue Weise? Welche Möglichkeiten, welche Grenzen, welche praktische Relevanz eröffnen sie?
     
Bei Interesse bitte Kontakt mit aufnehmen: unsicherheit@uni-freiburg.de.

Dr. Roderich v. Detten
 

 

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